Hintergrundinformationen

Frage:
Herr Göbl, seit Jahren sind klassische 5.1 Surround-Systeme die Renner am Markt. Wie kamen Sie auf die Idee, nun ein völlig neuartiges Konzept zu entwickeln?

Frank Göbl:
Am Anfang der DM-Serie stand die klare Aufgabenstellung, zwei Trends zu folgen: Einerseits wollten wir eine technisch und ästhetisch hochwertige Surroundlösung speziell für Flatscreens entwerfen. Andererseits wollten wir dem Bedürfnis all der Kunden gerecht werden, die nach einfachen Lösungen verlangen, ohne großen Anschlussaufwand, Installation oder Einmessen.

Frage:
Was war die besondere Herausforderung bei der Entwicklung der Systeme?

Frank Göbl:
Die größte Schwierigkeit war, unter Einbeziehung eines Rechenalgorithmus das Abstrahlverhalten der Stereolaustsprecher zu optimieren. Nur so ist es möglich, mit weniger Lautsprechern einen perfekten und ausgewogenen Surroundklang zu erzeugen, wie ihn sonst nur gestandene 5.1 Systeme erreichen. Unsere Entwicklungslösung heißt DIGITAL MOVIE von Canton.

Frage:
Eine eigene Entwicklung aus dem Hause Canton - wie kann man sich das vorstellen?

Frank Göbl:
Vereinfacht kann man sagen, dass die DM-Systeme dem Ohr vortäuschen, dass Töne aus allen Richtungen kommen, obwohl die einzige Klangquelle vorne ist. In der Praxis ist das dann natürlich wesentlich komplexer. Hier kommt es darauf an, physikalische, technische und psychoakustische Effekte so einzusetzen und zu nutzen, dass der gewünschte räumliche Höreindruck entsteht.

Frage:
Was muss man dabei beachten?

Frank Göbl:
Zunächst einmal muss man wissen, welche Faktoren zu einem vollwertigen Raumklangerlebnis beitragen. Hierzu gehören insbesondere Laufzeit-, Übertragungsfunktions- und Lautstärkedifferenzen zwischen linkem und rechtem Ohr. Anschließend muss man nach einem Weg suchen, diese zu realisieren, ohne fünf oder mehr Lautsprecher aufstellen zu müssen.

Frage:
Welche Technologien sind notwendig, um diesen Effekt realisieren zu können?

Frank Göbl:
Die DM-Systeme verfügen über hoch entwickelte SRS-TruSurround-XTR-Rechenalgorithmen, die eine realistische Raumklangkulisse über nur zwei Frontlautsprecher ermöglichen. Die Technologie basiert auf der psychoakustischen Wahrnehmungsforschung und im Speziellen auf der "kopfbezogenen Außenohr Übertragungsfunktion". Bei den Systemen machen wir uns die menschliche Fähigkeit der Ortungswahrnehmung zunutze, um ein Zweikanalsignal zu erzeugen, das dem Klanggefüge eines herkömmlichen 5.1 Systems entspricht. Hierfür müssen drei Faktoren des menschlichen Richtungshörens exakt definiert werden: Schalldruckpegel, Tonalität und Laufzeit zwischen linkem und rechtem Ohr. Durchdas Eintreffen des Schallsignals unter verschiedenen Winkeln entstehen Abweichungen in den Parameterverhältnissen.

Frage:
Das hört sich sehr kompliziert an.

Frank Göbl:
Ist es auch - aber nur für uns. Denn um das gewünschte Klanggefüge am Ohr zu erzeugen, muss ein Gesamtsystem optimal aufeinander abgestimmt werden. Hauptkomponenten sind dabei - wie gesagt - der Rechenalgorithmus und das Abstrahlverhalten der Stereolautsprecher.

Frage:
Was unterscheidet die DM-Systeme von anderen Systemen?

Frank Göbl:
Neben optischen Argumenten vor allen Dingen die Tatsache, dass bei unserer Entwicklung von Anfang an der optimale Klang im Zentrum stand - und zwar für Musik und Heimkino. Darüber hinaus unterscheiden sich die DM-Systeme deutlich durch die Virtual- Surround-Technologie. Es gibt derzeit eine Reihe von Systemen, die vorgeben Surroundsound zu erzeugen. Viele davon arbeiten allerdings nur mit einer relativ diffusen Klangwolke und erreichen nicht das gewünschte Klanggefüge eines natürlichen Surroundklangs - es kann kein echtes Surround Feeling entstehen. Andere Systeme benötigen Reflexionsflächen und müssen für den Raum speziell eingemessen werden.

Frage:
Sie haben eben das Thema Stereo angesprochen. Können die DM-Systeme wirklich mit einer klassischen Stereoanlage mithalten?

Frank Göbl:
Eindeutig ja - die Systeme haben ja einen Stereoaufbau, der es uns ermöglicht, auf die klassischen Stereotugenden wie Dynamik, Sprachverständlichkeit, Klangbalance, Verzerrungsfreiheit und minimale Klangverfärbungen zu achten. Diese Tugenden nutzen wir natürlich auch für den Surroundbereich. Das Ergebnis ist hörenswert, beeindruckend und sicherlich auch einzigartig im Markt.

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